Generation Maybe – Die Signatur einer Epoche

Generation Maybe – Die Signatur einer Epoche
Oliver Jeges
Haffmans Tolkemitt, 2014, 192 Seiten

„Don’t be a maybe. Be Marlboro.“, lautete der Slogan der Werbekampagne des weltgrössten Tabakkonzerns vergangenen Herbst. Die Plakate mussten in Deutschland überklebt werden (weil die Werbung besonders geeignet sei, Jugendliche zum Rauchen zu verführen), der Slogan blieb aber in den Köpfen hängen.

Doch wer oder was ist überhaupt ein Maybe? Laut Journalist Oliver Jeges ist die Generation Maybe in Wohlstand gebettet, gut ausgebildet und ringt trotzdem (oder gerade deswegen?) um Orientierung. Die Liste der Merkmale eines Maybes sind lang, das wichtigste Merkmal ist wohl, dass es kein typisches Merkmal gibt. Die Generation Maybe ist weder links noch rechts, sie lebt im weltweiten Netz, ist gut ausgebildet, aber ohne allzu feste Stelle. Sie ist nicht unpolitisch, interessiert sich aber auch nicht für die herkömmliche Politik, und ihre erste Lebenskrise hat sie mit Mitte zwanzig.

Oliver Jeges gibt einen guten Einblick in den Kopf der Generation Maybe. Er versucht die Irren und Wirren verständlich zu machen und vielleicht auch dem einen oder anderen den Spiegel vors Gesicht zu halten.

Highlights

„Wir sind die Richtungslosen, die sich nicht entscheiden wollen oder können. Entschlüsse schieben wir so lange auf, bis es schon fast wehtut. Prokrastination heisst der fachchinesische Begriff dafür.“

„Unsere Generation ist nicht dumm. Wir sind weder doof noch deppert. Wir stehen nur für die dumm da, die das Wissen auf das Humboldtsche Ideal von universaler Bildung reduzieren.“

„Wir wollen ein Leben, das schmeckt wie süsser Sirup, der aber trotzdem nicht auf die Figur schlägt.“

„Der Weg zum Glück führt nicht über Sicherheit, Besitz oder Ansehen. Viel wichtiger sind uns Freiheit, Kreativität und Individualität. Oder einfach alles, was unseren inneren Spieltrieb befriedigt.“

Über die politische Einstellung:

„Es ist leicht, über uns zu lachen und den Kopf zu schütteln. Aber ist es nicht der logische Schluss, dass eine vom Wohlstand verwöhnte, von antiautoritärer Erziehung geprägte und im Individualismus geübte Jugend keinen Sinn darin erkennen kann, wozu man politisches Engagement aufbringen soll? Deswegen sind wir auch so brutal stoisch, wenn es um die Renten der Zukunft geht. Es betrifft uns ja noch nicht, warum dann viel Aufhebens darum machen.“

„Unsere Generation kennt nämlich nicht nur Lebensabschnittspartner, sondern auch Lebensabschnittsideologien. Wer legt sich schon auf eine Partei oder politische Überzeugung ein Leben lang fest? Wir sind alle ein bisschen sozial, ein bisschen liberal, ein bisschen konservativ. Es kommt ganz auf die Tagesverfassung an. Eigentlich gibt es nur drei Themen, für die wir uns wirklich begeistern können: Transparenz, soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.“

 

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