Mobil-Kommunikation – Nice to have

Die Schweiz ist im Bereich des mobilen Internets spitze! Seit 2011 liegt die Abdeckung mit hohen Bandbreiten im Mobilfunknetz der Swisscom bei über 93% der Bevölkerung (ausser man befindet sich gerade in einem Zug der SBB). So viele Smartphones wie in der Schweiz gibt es nirgends und schon fast die Hälfte der Schweizer Haushalte besitzt ein Tablet!

Das mobile Breitbandnetz macht die Internetnutzung von unterwegs möglich und fördert somit den Absatz von Smartphones und Tablets: Während 2011 „nur“ 34% der Schweizer Bevölkerung ein solches Gerät hatten, waren es 2012 bereits 43%. Zum Vergleich: Deutschland 2012 = 25%.
Ausgewählte Zahlen von ourmobileplanet.com und thingwithgoogle.com zeigen die Bedeutung von mobilen Geräten für Herrn und Frau Schweizer:

– 69% der Smartphone-Nutzer gehen nicht mehr ohne dieses aus dem Haus
– 26% der Smartphone-Besitzer würden eher auf ihr TV-Gerät als auf ihr mobiles Endgerät verzichten
– 70% gehen per Smartphone online
– 31% gehen per Tablet online

Die Geräte werden dabei sowohl zu Hause (98%), unterwegs (83%) sowie bei der Arbeit (81%) als auch in Geschäften (73%) und Restaurants (72%) genutzt.

Alles bestens für Mobile-Kampagnen?

Von der Infrastruktur sowie vom Verhalten der Benutzer ist also alles angerichtet, um mit mobilen Kampagnen zuzuschlagen! Doch trotzdem sind Wahl- oder Abstimmungskampagnen für mobiles Internet noch lange nicht der Königsweg zum Erfolg. Warum?

1. „Online“ ist in erster Linie ein Werbekanal. Das bedeutet: Ohne Botschaft und ohne genaue Definition der Zielgruppe funktioniert „Online“ wie jeder andere Kanal (Plakat, Inserat, Mailing, Standaktion, etc.) nicht.
2. „Mythos Obama“: Obama hat seine beiden Wahlkämpfe nicht aufgrund einer geschickten Online-Strategie gewonnen, sondern weil er am meisten Unterstützer mobilisieren konnte, die aufgrund der Analyse riesiger Datenmengen (Big Data) über potenzielle Wähler genau wussten, wer, wo mit welcher politischen Einstellung wohnt (in Europa und in der Schweiz aufgrund des Datenschutzes und des Wahlprozederes gar nicht möglich) und an eben diesen Türen mit der richtigen Botschaft klingelten (Haustürwahlkampf).
3. Online-Nutzer reagieren sehr sensibel auf aktive Bewerbung, sei es für Konsumgüter oder für politische Botschaften. Dies musste und muss Facebook schmerzlich erfahren: Seit dem Börsengang von Facebook und der damit verbundenen Intensivierung von Werbebanner (die Aktionäre wollen Einnahmen sehen) verlassen selbst eingefleischte Facebook-Fans die Plattform scharenweise und flüchten zu Plattformen, die sie noch nicht mit Werbebotschaften „beglücken“, sprich stören/nerven.
4. Viele Anbieter – sei es von kommerziellen, sei es von politischen Informationen und Produkten – sind nicht mit mobil optimierten Websites präsent.
Die Folge: Mobile Nutzer verlassen statische Websites frustriert und kommen selten wieder zurück.
Die Lösung: Erstellung respektive Umstellung starrer Internet-Angebote auf mobile Websites (GOAL bietet mit seiner Mediamatik-Abteilung die Erstellung von mobilen Websites an, die auf Word-Press aufgebaut sind).

Fazit

Mobile-Internet-Kommunikation ist ein neuer Kanal für die Verbreitung politischer Botschaften. Welche Rolle er im Media-Mix einnimmt, hängt von der Botschaft sowie von der Zielgruppe ab. Und er macht nur Sinn, wenn er auf dem neuesten Stand mobil optimierter Websites stattfindet.

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