Video im Netz – das Fernsehen von morgen?

Um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben und Ihnen die bestmögliche Betreuung zu garantieren, sind wir immer wieder unterwegs. Vergangenen Dezember (9.12. – 10.12.) zum Beispiel in Berlin an der Play-Konferenz für Bewegtbildkommunikation. Um Sie an den Highlights des Treffens teilhaben zu lassen, werden wir in diesem und den nächsten Newslettern über die wichtigsten Sprecher und Themen berichten.

Obwohl sie nun schon einige Jährchen auf dem Buckel haben, sind die „Neuen Medien“ noch immer recht neu. Vieles wird probiert und vieles geht dabei schief. Die überwiegende Mehrheit der Konferenzteilnehmer war sich darin einig, dass man hier am Anfang der Entwicklung stünde und noch nicht recht wisse, aber ganz sicher wolle. So warteten viele Lernwillige aus Wirtschaft, Werbung und Medien auf die Referenten, die offenbar das meiste richtig gemacht hatten.

Der Erste, den wir Ihnen vorstellen möchten, ist Moritz Holzgraefe, General Manager TV & Radio bei Axel Springer. Er sprach über die zunehmende Bedeutung von YouTube und anderen digitalen Plattformen für Unterhaltung, Information und Werbung.

YouTube und das Fernsehen

YouTube, die grösste Videoplattform der Welt, hat jeden Monat mehr als eine Milliarde Nutzer. Diese sehen mehr als sechs Milliarden Stunden Videomaterial und laden pro Minute 100 Stunden hoch. Hier werden neue Unterhaltungs- und Werbeformen ausprobiert und dank präzisen Analysemöglichkeiten verfeinert, verbessert oder wieder verworfen. Würde YouTube in die Statistik der Einschaltquoten einfliessen, wäre die zum Internetkonzern Google gehörende Plattform der drittgrösste TV-Sender Deutschlands nach gesehenen Minuten.

Im Gegensatz dazu ist die TV-Landschaft seit Jahren beinahe unverändert. In diesem etablierten Medium brauchen Neuerungen sehr lange, um auf den Bildschirm zu kommen und haben selten Erfolg bei den an konventionelle Formate gewöhnten Zuschauern.

Doch auch bei Internetvideos ist nicht alles Gold, was glänzt. Unter den unzähligen Filmchen befinden sich nur wenige, die man wirklich gesehen haben muss und noch weniger Formate, die wirklich die Medienlandschaft verändern können. Holzgraefe erinnerte an die Anfänge des Musikfernsehens in den 1980ern. Diese brachten ebenfalls äusserst ungewohnte Formate, Personen und Bilder in die Wohnzimmer. Nach einer spannenden Anfangsphase, die von Versuchen und Experimenten geprägt war, setzten sich nur sehr wenige Konzepte durch. Stephan Raab überlebte und Musikvideos erreichen heute noch immer Hunderte von Millionen von Menschen.

So wie damals MTV, VIVA und Konsorten befindet sich heute die Welt der Internetvideos in den Flegeljahren. Neben TV-Formaten, die beinahe unverändert ins Netz gebracht werden und in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender abrufbar sind, finden sich gänzlich neue Werbeformen und Gesichter plötzlich auf Erfolgskurs.

YouTube-Fakten:

– Über eine Milliarde Nutzer pro Monat
– Mehr als sechs Milliarden gesehene Stunden
– 100 Stunden Video-Uploads pro Minute
– Drittgrösster TV-Sender Deutschlands

YouTube-Revolution auch in der Schweiz

Abgesehen vom durchaus übersichtlichen Erfolg von Joiz, der versucht, TV und Internet zusammenzubringen, ist hierzulande noch wenig von diesem Medienwandel zu sehen. Doch auch wir werden von den Veränderungen nicht lange verschont bleiben.

An vorderster Front sind wir für Sie mit dabei: Die GOAL AG hat den als „Kultmotzer“ bekannt gewordenen Luzerner Massimo Portmann unter ihre Fittiche genommen. Seine politischen Kommentare faszinieren und bewegen nicht nur die Netzgemeinde in der Schweiz. Mehr über das Projekt und seine Erfolge finden Sie hier.

Die Zukunft sieht Internet

Das Fazit des Referenten, Springer werde in Zukunft seine Internetvideo-Strategie ausbauen und Formate entwickeln, die zum Medium passen, ist die logische Konsequenz für das Medienunternehmen. Doch wie sieht es mit der Werbung aus? In der Schweiz, wo politische Werbung in Radio und Fernsehen verboten ist, können wir die Entwicklung der Sehgewohnheiten nur begrüssen. Das Internet und die zunehmende Verlagerung der Aufmerksamkeit in die digitale Welt eröffnen bisher ungekannte Möglichkeiten, die Menschen zu erreichen. Da sich längst nicht mehr nur junge Menschen und Nerds im Netz tummeln, sondern die Mitte der Gesellschaft dort angekommen ist, lassen sich einfach grosse, aber auch sehr genau definierte Zielgruppen ansprechen.

Dass Bewegtbildwerbung im Netz aber ganz anders funktioniert, als wir es aus dem Fernsehen gewohnt sind, liegt auf der Hand. Wo die Unterschiede liegen und was getan werden muss, um eine erfolgreiche Onlinevideo-Strategie zu entwickeln, erfahren Sie in den nächsten Ausgaben unseres Newsletters.

Learnings

– TV-Markt statisch und praktisch ohne Weiterentwicklung
– YouTube ist eine der leistungsstärksten Plattformen der Welt
– Grosse Chancen für politische Videowerbung
– Neue Werbeformen sind gefragt

Ausblick

In den nächsten Folgen nehmen wir die Themen und Referate dieser Experten unter die Lupe:
– Christian Krachten von Mediakraft über Erfolg auf YouTube
– Volker Gassner von Greenpeace über Viralität und Gegenkampagnen

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