Von Tür zu Tür

Wahl- und Abstimmungskämpfe werden auf der Strasse gewonnen oder verloren. Dies zeigen Erfahrungen aus der Schweiz sowie aus dem Ausland. In der Schweiz wird dafür vor allem das Instrument der Standaktionen benutzt. Das Ausland ist in diesem Bereich der Schweiz – auch aufgrund liberalerer Datenschutzgesetze – weiter: In den USA ist der Wahlkampf von Haustür zu Haustür der neuste Retro-Trend. Langsam schwappt die Welle auch nach Europa über, auch in Deutschland und Österreich sind für die kommenden Wahlen solche Aktionen geplant. Denn: Haustürbesuche sind direkt und natürlich – einen besseren Kontakt zum Wähler können Parteien und Kandidaten nicht bekommen.

Politiker erreichen ihre Wähler am besten bei Haustürbesuchen. In der Schweiz hat es immer wieder vereinzelte Politikerinnen und Politiker gegeben, die sich nicht davor gescheut haben, einen aktiven Haustürwahlkampf durchzuführen. Legendär ist u.a. der Stadtratswahlkampf von Hans Egloff, dem letzten SVP-Stadtrat in der Stadt Zürich, der erfolgreich mit einem Glücksräppler von Tür zu Tür für seine Wahl geworben hat. Bei den Gemeinderatswahlen 2010 hat die GOAL AG zusammen mit der SVP Stadt Zürich einen aktiven Haustürwahlkampf betrieben und die Gemeinderatskandidatinnen und –kandidaten mit einem eigens dafür konzipierten Halbtageskurs an der Haustür geschult (siehe Kurs „Haustürwahlkampf“).
Denn eines ist sicher: Als Haustürwahlkämpfer ist niemand auf die Welt gekommen. Die Hürde, für sich und seine Partei an der Haustür zu werben und Gefahr zu laufen, die Tür nicht geöffnet oder vor der Nase wieder „zugeknallt“ zu bekommen ist hoch. Doch die Erfahrung zeigt: Mit einer spezifischen Schulung und dem Training einiger einfacher Methoden sowie der Beachtung weniger Regeln wird auch der Haustürbesuch zu einem erfolgreichen Bestandteil des modernen Wahlkampfes.
Um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen braucht es eine starke Botschaft und Selbstbewusstsein, ohne diese zwei Punkte geht es nicht. Bei Haustürbesuchen erfahren Politiker im direkten Austausch von den Wünschen und Sorgen der Bürger. In einem Dialog auf Augenhöhe können jene Dinge angesprochen werden, welche die Menschen vor Ort betreffen und bewegen. Dies ist besonders wichtig und von zentraler Bedeutung im Wahlkampf.

Damit der nächste Haustürbesuch ein Erfolg wird, hier einige Tipps:

  • – Machen Sie Ihre Hausaufgaben: Überlegen Sie sich Ihre Botschaft, die Sie Ihren potenziellen Wählern mitgeben wollen.
  • – Niemals alleine gehen!
  • – Setzen Sie sich ein konkretes Ziel. Wie viele Leute wollen Sie erreichen? Wie viele Haustürbesuche streben Sie an?
  • – Zu früh morgens (vor 9 Uhr) oder zu spät abends (nach 20 Uhr) sind Hausbesuche nicht sinnvoll.
  • – Wählen Sie einen festen Begrüssungstext für Ihre Anrede und gehen Sie nicht zu offensiv auf den Bürger an der Haustür zu (Händeschütteln ist ungeeignet).
  • – Nennen Sie den Besuchten mindestens zweimal mit Namen. Bei der Begrüssung und bei der Verabschiedung.
  • – Stellen Sie sich kurz – mit Vor- und Zunamen – vor und überreichen Sie dem Gesprächspartner eine Visitenkarte, eine Broschüre oder ein kleines Präsent.
  • – Sagen Sie dem Bürger in verständlichen Worten die drei wichtigsten  Kernbotschaften Ihres Wahlkampfes.
  • – Egal wie das Gespräch verlief, denken Sie stets daran: der letzte Eindruck bleibt. Fordern Sie den Bürger auf, zur Wahl zu gehen. Sagen Sie ihm, dass es Sie freuen würde, wenn er auch in seiner Familie oder bei Freunden und Bekannten für Sie wirbt.
  • – Ein Hausbesuch sollte möglichst nicht länger als fünf Minuten dauern.

Viel Erfolg bei Ihrem nächsten Haustürbesuch!

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